Galerie

Ein Weinjahr in unserem Rebberg "Brico Papa"
in Tana-Montegrosso
Piemont-Italien

Eine wirkliche vigna veccia
ausgepflanzt in den Jahren 1935 und 1937, mit Barbera Stöcken

Januar

Die Natur ruht. Es herrscht eine herrliche Stille. Die Frostgefahr ist in unserer Gegend relativ klein. Wir führen den Rebschnitt durch. Angeschnitten wird auf maximal 7 Augen, um den Ertrag entsprechend niedrig zu halten.

Februar

Auch in Italien ist immer noch Winter, mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Wir ersetzen alte Pfähle und reparieren die Drahtanlagen.

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März

Langsam erwacht die Natur und die Vegetation.
Wir führen gewisse Bodenpflegearbeiten aus. Die angeschnittenen Ruten werden auf den Draht hinunter gebunden. Ende Monat fangen die Reben bei den Schnittstellen zu weinen an: Die alte Bindetechnik mit Weideruten hat uns Bruno, unser Freund und Nachbar, gelernt.

 

April

Der Frühling ist da. Die Sonne scheint endlich wieder länger. Es kommt richtig Leben in die Natur. Die feinen Blätter brechen aus den Knospen hervor. Zeit für Jeanne-Marie, den wilden Nüsslersalat zwischen den Rebzeilen zu ernten. Für uns ein Geschenk der Natur, eine wahre Delikatesse.
Bei den doppelt ausgetriebenen Augen brechen wir die schlechteren Trieb aus. Dadurch wird der Ertrag reduziert.

Mai

Die Maiwärme treibt die Vegetation voran. Überall am Stock harren schlafende Knospen für den Austrieb. Nach dem Austrieb wachsen Rebruten aus, die wir alle ausbrechen.

Juni

Die Rebe blüht. Jetzt ist schönes Wetter sehr wichtig. Die Rebenblüte ist sehr empfindlich gegen Nässe. Sie ist ein Selbstbefruchter. Die Befruchtung erfolgt durch den Wind. Für uns ist nun die Arbeit des Einschlaufens in die Drahtanlage wichtig. Die Rebe ist eine Lianenpflanze und liebt das klettern. Die zarten Triebe brauchen jedoch einen ersten Halt, damit sie nicht vom Wind abgebrochen werden können.

Juli

Die Zeit der grossen Hitze ist für uns im Piemont gekommen. Der Wachstumsschub im Weinberg ist enorm. Die Triebe wachsen täglich bis zu 10 cm. Die aus dem Rebentrieb wachsenden Geiztriebe werden entfernt. Die Traubenzone wird von den zu dicht stehenden Blättern befreit. Die Kraft der Rebe geht in das Wachstum der Beeren.

rebberg august
August

Ein herrlicher Monat für Claudia und mich. Normalerweise sind wir drei Wochen in unserem Rebberg. Wir entfernen die Trauben, die zu viel am Stock hängen. Wir reduzieren auf 600 g pro m2. Unsere Vigna Bricco Papa umfasst 1,1 ha. Der alte Rebbestand bringt uns in einem normalen Jahr (was wir von den letzten Jahrgängen nicht behaupten können) eine Ernte von ca. 6'600 kg. Der Monat August ist sehr wichtig für die Traubenreife. Die Franzosen sagen "c'est le mois d'août qui fait le mout", es ist der Monat August, der den Most macht.

September

Die Nervosität bei Claudia und mir steigt. Wir benötigen nochmals sonnige Tage und hoffentlich keinen Hagel. Ende des Monats wird bei uns im Piemont geerntet. Das Mostgewicht liegt ab Mitte September schon deutlich über 100° Öchsle.

Ende September kommen unsere Freunde und Erntehelfer für einige Tage ins Piemont, um uns zu helfen. Die Früchte der Arbeit werden eingefahren.

20 und mehr emsige Hände helfen, die Trauben zu pflücken. Es gibt viel zu lachen und zu schwatzen bei der Arbeit. Eine intensive Zeit für alle, mit der reizvollen Seite, in der Natur zu arbeiten und in den Pausen miteinander einen Schluck Wein zu trinken.

Oktober

Der junge Neuwein liegt im Gärtank. Für uns ist eine ruhige Phase im Weinberg eingekehrt. Wir feiern mit unseren Freunden ein Erntedankfest.

November

Die ersten Herbststürme und der Nebel kommen zu uns ins Piemont. Eine melancholische Zeit. Wir besuchen Weinbauernfreunde und verkosten einige herrliche Rotweine; Barbera, Nebbiolo und Co. ab Fass und Barriques. Bruno, unser Freund und Nachbar, steckt voller Stolz die Pipette in die Fässer und lässt den Wein in die Gläser fliessen. Ein Genuss der besonderen Art, wie das nur schon riecht. Na ja, ein wenig verrückt sind wir schon, aber ich denke, das sind alle Weinbauern.

Dezember

Die Stürme und der Regen haben die Blätter von den Rebstöcken gefegt. Wir als Winzer halten Rückschau auf das vergangene Jahr. Viele Überraschungen und Zufälle und viel Arbeit. Der Jungwein, der jetzt schon herrlich nach Wein schmeckt, entschädigt uns für Vieles.

Nach dem Weihnachtsfest beginnen Claudia und ich bereits mit dem Rebschnitt. Im Piemont kann diese Arbeit relativ früh beginnen, da das Frostrisiko gering ist. Ein neues Rebenjahr beginnt.
Neues Jahr, neues Glück. Das Schönste am Naturprodukt Wein ist die Vielseitigkeit. Jeder Wein spiegelt das Jahr, kein Jahrgang schmeckt gleich.

 

Beato